Spannendes Extra-Inning-Drama und eine deutliche Niederlage: Atomics teilen die Siege beim Heimauftakt gegen Heidenheim

Zum ersten Heimspiel der neuen Saison in der 2. Bundesliga Süd empfingen die Neuenburg Atomics im heimischen Atomics Baseball Park die Reserve der Heidenheim Heideköpfe. Die Voraussetzungen für die Mannschaft von Coach Rob Piscatelli waren vor diesem Doubleheader alles andere als optimal. Durch die Ausfälle der beiden etatmäßigen Werfer Denny Huber und Joshua Steigert musste das Trainerteam auf dem Hügel erheblich improvisieren. Die Gäste aus Heidenheim reisten hingegen mit einem hochkarätig besetzten Kader an, der mit etlichen Auswahl- und Junioren-Nationalspielern gespickt war. Zudem gab es ein besonderes Wiedersehen: Tim-Luca Lindemann, der erst im Winter studienbedingt von Neuenburg nach Heidenheim gewechselt war, kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück. Am Ende eines ereignisreichen Spieltags sahen die zahlreichen Zuschauer zwei völlig unterschiedliche Partien, die mit einer gerechten Siegteilung endeten.

Nervenkrimi in der Verlängerung und ein Walk-Off-Sieg

Im ersten Spiel des Tages beorderte Coach Rob Piscatelli Outfielder David Widmann auf den Werferhügel. Widmann, der sonst meist nur als Einwechselwerfer (Relief Pitcher) zum Einsatz kommt, musste sich erst in seine neue Rolle hineinfinden und gab im ersten Inning eine schnelle 2:0-Führung an die Gäste ab. Die Neuenburger Offensive zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und schlug postwendend zurück. Durch eine Serie von aufeinanderfolgenden Basehits von Francarlos Betancourt, Joshua Widmann und Luca Mayer sowie einem Double von David Widmann glichen die Atomics nicht nur aus, sondern drehten das Spiel zu einer verdienten 5:2-Führung.

Nachdem die Heideköpfe II im dritten Inning auf 5:3 verkürzen konnten, fand David Widmann immer besser in seinen Rhythmus. Unterstützt von einer phasenweise fehlerfreien Feldverteidigung hielt er die starke Heidenheimer Offensive bis einschließlich des sechsten Innings in Schach und ließ keine weiteren Runs mehr zu. Da aber auch die Neuenburger Angreifer gegen das Heidenheimer Pitching bis zu diesem Zeitpunkt keine nennenswerten Akzente mehr setzen konnten, blieb die Partie extrem eng.

Im siebten und eigentlich letzten Inning übernahm Colin Holzwarth die Verantwortung auf dem Wurfhügel. Die Heidenheimer Offensive nutzte den Wechsel und setzte den neuen Pitcher sofort unter Druck. Er mussten den 5:5-Ausgleich hinnehmen, was die Partie in die Verlängerung (Extra Innings) zwang. Im achten Inning legten die Gäste nach und erarbeiteten sich eine scheinbar komfortable 7:5-Führung. Doch die Atomics bewiesen Moral: Bei Läufern auf der ersten und zweiten Base legte Joshua Widmann einen perfekten Bunt entlang der Linie und lud damit die Bases. In dieser Phase schlug die Stunde von Harley Thompson. Mit einem harten, weiten Schlag in das Außenfeld überwand er die Heidenheimer Verteidigung und schlug alle drei Läufer zum viel umjubelten 8:7-Sieg nach Hause.

Fehlende Pitching-Tiefe führt zu deutlicher Niederlage

In der zweiten Begegnung des Tages mussten die Hausherren den personellen Ausfällen und der daraus resultierenden, fehlenden Tiefe auf der Pitcher-Position Tribut zollen. Das erste Inning verlief noch ausgeglichen: Die frühe 1:0-Führung der Heidenheimer konnte Joshua Widmann durch einen Hit im Gegenzug zum 1:1 ausgleichen. Danach zeigte sich jedoch die Klasse des Heidenheimer Kaders. Die Gäste erhöhten in jedem der folgenden Spielabschnitte den Druck und bauten ihre Führung kontinuierlich aus.

Die verbliebenen Neuenburger Werfer fanden kein Mittel gegen die variablen Schläger der Heideköpfe II. Zudem schlichen sich nun vermehrt Unsicherheiten und Feldspielfehler in die Atomics-Defensive ein, was den Gästen das Punkten sichtlich erleichterte. Da die eigene Offensive im zweiten Spiel kaum noch Akzente setzen konnte, griff im fünften Inning die offizielle Mercy Rule. Mit einer deutlichen 1:17-Niederlage mussten sich die Atomics im zweiten Durchgang geschlagen geben.

Trotz der deutlichen Niederlage im zweiten Spiel war der Heimauftakt im Atomics Baseball Park ein Erfolg. Vor einer stattlichen Zuschauerkulisse zeigte sich das Team trotz der schmerzhaften Ausfälle in der Pitcher-Riege extrem kämpferisch. Taktisch gesehen war der Wechsel von Feldspielern auf die Pitcher-Position im ersten Spiel ein hohes Risiko, das sich dank der geschlossenen Mannschaftsleistung und des finalen Nervenstärke von Harley Thompson mit dem Sieg ausgezahlt hat. Im zweiten Spiel wurden dem improvisierten Kader verständlicherweise die physischen und strategischen Grenzen aufgezeigt, wenn gegen ein Team auf diesem Niveau die gelernten Spezialisten auf dem Hügel fehlen. Dennoch stehen die Atomics nach diesem Spieltag mit einem wertvollen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten gut da und können optimistisch auf die kommenden Aufgaben blicken.